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klingelton kills the videostar

Klingelt?ne, an ihnen kommt kaum einer mehr vorbei. Bunt, grell, trashig, laut und vor allem nervig. Sie sind ?berall, in deinem Fernseher, auf deinem Handy, im Radio, in Pop-ups sowie Werbefenstern und in deinem Kopf. Sie fressen sich fest und graben sich ein in dein Unterbewusstsein. Die meisten empfinden sie als Plage. Aber nicht das Musikbusiness, es profitiert davon. Denn die Klingelt?ne dringen immer weiter im Musikgesch?ft vor. Sie haben ihre eigenen Charts, ermittelt von Media-Control und schon jetzt verkaufen sich Klingelt?ne besser als Singles. Eine Frage der Zeit, wann die guten alten Single-Charts komplett verschwunden sind. Und mal ehrlich, wer hat heutzutage noch Singels in seiner Musiccollection. Die einen laden sich jeden Ramsch runter, der sich nach ein paar Wochen der st?ndigen Wiederholung auf den PCs zum digitalen Sonderm?ll hochdudelt. Mi-Ma-Musikpiraterie Die anderen sammeln meist Alben, bzw. Platten ? la High Fidelity in ihren eigenen utopischen Welten.
Allein in Deutschland wurden 2004 etwa 200 Millionen Euro f?r Klingelt?ne ausgegeben.
Das schl?gt schon mal den legalen ?Download von Songs bei iTunes oder Musicload.
Klingelt?ne als solche sind also das erfolgreichste neue Gesch?ftsmodell der letzten Zeit ?berhaupt in der Musikwirtschaft. Warum?
Klingelt?ne sind pr?sent. Jeder kennt sie. Beim Klingelton sieht und h?rt jeder sofort, was ich habe.
Das hei?t, noch mehr, als mit einem normalen Song, kann ich mich damit identifizieren, mich bemerkbar machen. Wie hei?t es noch so sch?n, eine der schlimmsten Krankheiten dieses Jahrtausends ? Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Erst der richtige Klingelton macht das Image perfekt. Ein Song, der alle Klingeltonjunkies mitrei?t - und man steigt und steigt und steigt auf der Beliebtheitsskala. Zu jedem Song ein Klingelton. Ohne geht?s nicht. Die Klingelton-Sucht ist f?r fast alle Beteiligten ein rundes Gesch?ft. Kinder und Jugendliche sind leichte Beute. Es ist nicht schwierig ein Klingelton auf sein Handy zu platzieren. Handys, die Spitze der Telekommunikationsgegenst?nde. Jeder hat eins, jeder braucht eins. Schalte den Fernseher an und schwups bekommst du die erste Propaganda. Schnell ein paar Buchstaben und Zahlen ein getippt, schon erstrahlt dein Mobiltelefon im neuen, trendy Glanz. Wenn man aus versehen ein Abo eines Monatspackets erworben hat, macht das nicht weiter ungl?cklich. Das Gl?cklichsein vergisst man, dann wohl sp?testens beim erhalten der endmonatlichen Rechnung. Es wird zwar Geld ausgegeben, aber es wird nur unterbewusst wahrgenommen. Geht man in ein Gesch?ft und kauft sich etwas, man nimmt also Geld aus seinem Portmonee, hat es in der Hand und gibt es in eine andere, so wird der Erwerb wohl bewusster.
Handy-Ungeheuer werden im Hause des gr??ten Klingelton-Lieferanten Jamba am Flie?band hergestellt. Einige Jamba-Kreaturen sind schon gechartet. F?r Produzenten dieser fiktionalen Gesch?pfe ist es ein leichtes Spiel, denn diese k?nnen alles selbst handhaben und bestimmen. Es existiert keine frei Meinung von K?nstlern, die kein Bewusstsein haben. Marionettenspieler beherrschen das Gesch?ft. Was out ist landet nicht auf der Stra?e, nicht mal mehr in der Mottenkiste, sondern wird einfach deinstalliert. Keine Pers?nlichkeit, keine Menschlichkeit. Die Wegwerfgesellschaft auf ihrem neuen Triumphflug.
?Jedes Medium bringt auch eine neue Art von Popstar hervor.? (David Bowie)
13.4.05 17:46
 


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